Verbundenheit und Autonomie

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
— J. W. von Goethe

Alle Menschen kommen mit den zwei Grundbedürfnissen nach Verbundenheit und Autonomie auf die Welt. Die Entstehung dieser Bedürfnisse findet nämlich schon vorgeburtlich statt. In einer ganz engen Verbundenheit im Uterus der Mutter, entwickeln wir uns jeden Tag weiter und werden immer autonomer. Diese wichtigen Beziehungserfahrungen begleiten uns das ganze Leben. Wir alle sehnen uns nach einer tiefen Verbundenheit und danach sich wertvoll und geliebt zu fühlen. Gleichzeitig wollen wir unsere Autonomie ausleben und unabhängig werden.

Die Bedürfnisse nehmen in verschiedenen Entwicklungsphasen der Kinder unterschiedliche Bedeutung an. In der sogenannten „Trotzphase“ ist das Bedürfnis nach Autonomie sehr stark ausgeprägt, da die Kinder immer selbstwirksamer werden möchten. Es geht nicht um Trotz und Widerstand. Es geht um die Ablösung vom Babyalter und um die Selbstständigkeit.

Für eine gesunde emotionale Entwicklung der Kinder ist es deswegen so wichtig, wenn wir hinter ihr Verhalten schauen und erkennen, welche Gefühle und Bedürfnisse dahinter stecken und auf diese eingehen. Kleinkinder können sich diese Bedürfnisse noch nicht alleine erfüllen und brauchen achtsame und einfühlsame Bezugspersonen, die sie dabei unterstützen. Auf diesem Weg finden wir immer wieder zum Gleichgewicht im Familienleben und bauen eine konstruktive Beziehung zueinander auf.