Ängste der Eltern

Wir Eltern lassen uns häufiger verunsichern, als wir es gerne zugeben wollen.

Wir denken, wir müssten als Eltern, auf alles was die Erziehung betrifft, eine Antwort haben und immer sicher und kompetent auftreten. Doch das Leben mit Kindern ist ein gemeinsamer Lernprozess, indem wir verschiedene Wege ausprobieren und Fehler machen dürfen. Es gibt keine perfekten Eltern und keiner ist auf diese Aufgabe perfekt vorbereitet. Wir dürfen uns erst mal kennen lernen und mit der Zeit, einen passenden Umgang mit unseren Eigenarten finden und auch immer wieder verändern.

Viele von uns haben das Bedürfnis es anders machen zu wollen, als die Generationen vor uns. Wir bekommen jedoch im Alltag den Druck in der Gesellschaft zu spüren, vor allem den Leistungsdruck, der viele Ängste und Unsicherheiten hervorruft und uns davon abbringt, neue Wege zu gehen.

So entstehen beispielsweise Ängste, mit unseren Kindern nichts falsch machen zu wollen, nichts zu verpassen, nicht zu wenig anzubieten oder die Angst, vor der Bewertung der anderen.

Diese Ängste setzten uns Eltern unter Druck, lähmen und verändern uns. Sie machen uns hart, wenig liebevoll, wenig empathisch, wenig offen und wenig verständnisvoll unseren Kindern gegenüber. Alles das was die Kinder am meisten bräuchten, bekommen sie unter solchen Umständen von uns nicht.

Durch die Angst machenden Stimmen im Kopf, verlieren wir den Zugang zu unserer Intuition und übertragen die eigenen Ängste, auf unsere Kinder.

Wenn der Leistungsgedanke im Vordergrund steht, verlieren wir das Vertrauen für die Entwicklung des Kindes und entscheiden uns für mehr Kontrolle und mehr Druck. Kinder werden manipuliert und sollen sich unserer Erwartungen entsprechend verhalten und anpassen.

Kinder sind jedoch von Natur aus wissbegierig und haben eine angeborene Lernfreude. Wenn wir uns dessen bewusst werden und das anerkennen, was schon längst in der Gehirnforschung oder Entwicklungspsychologie nachgewiesen ist, tragen wir dazu bei, dass sich die Kinder in ihrem eigenen Tempo und in einer liebevollen Atmosphäre, ohne Druck und Angst, intrinsisch motiviert, entfalten werden.

Ich finde es wichtig zu verstehen, wie häufig wir in unserem Leben aus Angst handeln und wie negativ diese Angst unser Leben beeinflusst. Wenn wir uns reflektieren, unsere Reaktionen und Handlungen hinterfragen und Bewusstsein für unser Denken und Fühlen entwickeln, werden wir uns nicht mehr von unseren Ängsten leiten lassen. Wir entwickeln einen inneren Kompass, und übernehmen die elterliche Führung und Verantwortung.

Der Weg zu unseren Kindern führt über uns! Auf dem gemeinsamen Weg können wir die Kinder begleiten, im gegenseitigen Vertrauen, Wertschätzen und Verständnis.